Aktuell
Bund Schweizer Landschaftsarchitekten und Landschaftsarchitektinnen
Fédération Suisse des Architectes Paysagistes
Federazione Svizzera Architetti Paesaggisti

Emotion und Leidenschaft


94. Generalversammlung des Bundes Schweizer Landschaftsarchitekten und Landschaftsarchitektinnen BSLA vom 19. Mai 2019 in Brugg

Das Kino Excelsior war an diesem Nachmittag gut gefüllt. Auf dem Programm stand je nach Gesichtspunkt ein Thriller, ein Drama oder Science Fiction. Das Dargebotene liess jedenfalls niemanden kalt, denn auf der Traktandenliste stand neben viel Erfreulichem auch ein schwerwiegender Entscheid.

Erfreulicher Zuwachs

Über 80 Mitglieder hatten es sich in den bequemen Fauteuils des spärlich beleuchteten Kinosaals bequem gemacht. Gefahr, dass jemand während der Vorstellung einschlief, bestand jedoch kaum. Der Einstieg in die Traktandenliste war zügig. Mehr Zeit als üblich nahm die Vorstellung der neuen Mitglieder in Anspruch. Mit 56 Einzel- und 32 Jungmitgliedern konnten rund doppelt so viele neue Kolleginnen und Kollegen begrüsst werden wie in den Vorjahren. Ein positiver Einstieg und eine erfreuliche Perspektive für den Verband.

Bedauerliches Ende

Der Jahresbericht wurde zur Kenntnis genommen. Auch wenn man Bilder vergebens sucht, so lohnt es sich doch, einen Blick darin zu werfen, denn er zeigt, wie wichtig und vielfältig das Engagement des Berufsverbandes ist und wie engagiert eine grosse Zahl von Mitgliedern wichtige Aufgaben übernehmen. Auch Jahresrechnung und Budget waren schnell abgehandelt und gaben zu keinen Diskussionen Anlass. Nicht so der nachfolgende Punkt der Tagesordnung. Der Vorstand informierte über seinen Entscheid von Anfang Jahr, die Fachzeitschrift "anthos" nach 58 Jahren per Nummer 1/2020 einzustellen. Noch vor einem Jahr konnte der Vorstand der Generalversammlung das vielversprechende Angebot des Espazium-Verlags präsentieren, anthos in sein Programm aufzunehmen. Kurz vor Weihnachten 2018 brach der Verlag jedoch völlig überraschend die weit fortgeschrittenen Vertragsverhandlungen ab, da er nach nochmaliger Kalkulation das damit verbundene Risiko als zu hoch einschätzte. Aufgrund der Kündigungsfristen beim aktuellen Verlag und des angekündigten Rücktritts der Chefredaktorin per Ende 2019 musste der Vorstand unverzüglich handeln und entschied sich auf Grund der schwierigen Situation, aber auch in Anbetracht der Marktperspektiven, schweren Herzens für die Einstellung der Fachzeitschrift. Dennoch beabsichtigt die Vereinsführung, die Marke "anthos" auch in Zukunft für ein regelmässig erscheinendes, qualitativ hochstehendes Druckerzeugnis zu nutzen. In der kurzen Zeit bis zur GV war es jedoch nicht möglich, ein Folgeprojekt auszuarbeiten.

Die Diskussion nach den Erläuterungen des Vorstands war intensiv und verständlicherweise emotional. Ein Antrag, welcher den Vorstand verpflichten wollte, den Einstellungsentscheid zurückzunehmen, wurde deutlich verworfen, allerdings wünschte eine grosse Mehrheit der Anwesenden, mehr über die vorgeschlagene Strategie zu erfahren und wollte den Antrag des Vorstands zur Erweiterung der Geschäftsstelle erst in einem späteren Schritt behandeln. Es wurde deshalb entschieden, im Herbst 2019 eine ausserordentliche Generalversammlung durchzuführen, an welcher ein Konzept zu den künftigen Kommunikationsmitteln des Verbands diskutiert und die weiteren Schritte beschlossen werden sollen. Dieses Vorgehen ermöglicht dem Vorstand mehr Zeit, seine Strategie zu schärfen und die Mitglieder besser in den Prozess einzubinden.

Erneuerter Vorstand

Nach dem intensiven anthos-Traktandum standen die weniger umstrittenen die Wahlen auf der Tagesordnung. Mit Vincent Desprez, Marie-Hélène Giraud und Valérie Hoffmeyer traten gleich sämtliche welschen Vorstandsmitglieder von ihrem Amt zurück. Florian Bischoff verlässt den Vorstand nach acht Jahren ebenfalls und trat damit auch als Co-Präsident zurück. Neu in den Vorstand kommen Jan Forster aus Lausanne, Michael Tranchellini aus Genf und Jan Stadelmann aus Zürich. Stadelmann wurde sodann auch als neuer Co-Präsident gewählt. Mit ihm und Claudia Moll steht nun wiederum ein schlagkräftiges gemischtes Doppel dem BSLA vor.

Gewürdigte Verdienste

Zum Abschluss ernannte die Generalversammlung Walter Bischoff und Ursula Schmocker zu Ehrenmitgliedern des BSLA. Walter Bischoff trat dem BSLA 1960 (!) bei, fünf Jahre zuvor hatte er in Lausanne als erster Landschaftsarchitekt ein eigenes Büro in der Westschweiz eröffnet. Ein Pionier, der z.B. durch seine Projekte im Rahmen der Expo 64 oder des Autobahnbaus zwischen Lausanne und Genf wegweisende Beiträge zur Schweizer Landschaftsarchitektur geschaffen hat.

Mit Ursula Schmocker ehrte die Generalversammlung eine weitere Pionierin. Schmocker war erst zweite Frau im BSLA, dies 1968 nach bereits 18-jähriger selbständiger Tätigkeit. Sie hat von 1994 bis 2000 als erstes weibliches Vorstandsmitglied die Fusion des alten BSLA mit dem slpa mitgestaltet und die neuen Strukturen mit aufgebaut. Ein weiter Grund für die Ehrung ist die Beharrlichkeit und Ausdauer, mit welcher sie ihren Wunsch, Landschaftsarchitektin zu werden, verfolgte . Zu ihren wichtigsten Projekten zählen die Freiräume der EPFL oder des Bildungszentrums Zofingen.

Versöhnlicher Abschluss

Da bereits die ersten Kinobesucher für den abendlichen Film an der Kasse standen, wurde der Abschluss der GV in den Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz in Windisch verschoben, wo auf dem Weg zum traditionellen Nachtessen die Arbeiten der besten Lehrabschlussprüfungen der Zeichner und Bachelorarbeiten an der HSR sowie der Preisträger des diesjährigen Evariste-Mertens-Preises ausgestellt waren. Die Verfasserinnen und Verfasser durften ein kleines Präsent und die Gratulationen der Anwesenden entgegennehmen.

Am Samstag standen dann drei spannende Exkursionen ins Zementwerk Wildegg, durch Vindonissa und den Park von Königsfelden auf dem Programm. Die Stimmung gemahnte erinnerte an jene nach einem heftigen Gewitter. Sonnenstrahlen auf dampfendem Asphalt, sattes Grün, die Wolken lichten sich und machen den Blick frei für neue Herausforderungen.


Peter Wullschleger, Geschäftsführer BSLA

Das Handbuch Schweizer Landschaftsarchitektur 2019-2020 ist da!

Attraktiv, aktuell und übersichtlich, so präsentiert das Handbuch Schweizer Landschaftsarchitektur 2019-2020 wiederum alles Wissenswerte über den Berufsstand, die Büros, den Berufsverband und seine Mitglieder. Das Handbuch ist ein Schaufenster des aktuellen Schaffens der Schweizer Landschaftsarchitekturbüros.

Bestellung

Abschied und Neuorientierung – anthos wird per Ausgabe 1/2020 eingestellt


Die Printmedienlandschaft befindet sich in einem rasanten Wandel. Dieser macht vor allem vor den Fachzeitschriften nicht Halt: Weniger Anzeigenkunden und weniger Abonnent/innen sind das Resultat. Ausserdem haben sich die Kommunikations- und Informationsbedürfnisse, aber auch die Mittel und Kanäle, über die informiert wird, in den letzten Jahren stark verändert. Der Vorstand des Bunds Schweizer Landschaftsarchitekten und Landschaftsarchitektinnen BSLA hat deshalb beschlossen, anthos als Fachzeitschrift per Nummer 1/2020 einzustellen. Die beschränkten Mittel des Verbandes sollen für den Aufbau einer umfassenden Kommunikationsstrategie eingesetzt werden, welche die unterschiedlichen Informationsbedürfnisse und Kanäle effizient und zielgerichtet bedient.

Eine Handvoll visionärer Berufskolleg/innen gründete 1962 anthos mit dem Ziel, der Schweizer Landschaftsarchitektur zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen. Das ehemals wenig beachtete Berufsfeld hat sich bis heute zu einer Schlüsseldisziplin bei der Bewältigung aktueller Fragen wie der Innenentwicklung oder der Anpassung an den Klimawandel entwickelt. Die aktuelle Situation bietet die Chance, die Form, in welcher die Landschaftsarchitektur präsentiert wird zu überprüfen und an die aktuellen Herausforderungen anzupassen. Der Abschied von anthos in seiner heutigen Form ist ein schwerer und weitreichender Schritt für den BSLA. Mit diesem Entscheid wird ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte des Berufsverbandes und der Schweizer Landschaftsarchitektur abgeschlossen. Gleichzeitig ist der Schritt eine Chance, ein neues Kapitel aufzuschlagen.

Evariste-Mertens-Preis 2018 entschieden

Neugestaltung Freiräume Casino, Bremgarten AG

Der Evariste-Mertens-Preis des Bundes Schweizer Landschaftsarchitekten und Landschaftsarchitektinnen 2018 ist entschieden. Der Preis geht an Sabrina Kessler und Roman Lüssi für ihren Beitrag mit dem Titel "Rolls Reuss 1".
Durchgeführt wurde der der alle zwei Jahre stattfindende Nachwuchswettbewerb für Junge LandschaftsarchitektInnen diesmal im Rahmen eines Projekwettbewerbs zur Neugestaltung der Umgebung des Casinos Bremgarten, in Zusammenarbeit mit der Stadt Bremgarten und dem Kanton Aargau.

Medienmitteilung
Jurybericht
Bild 1 Bild 2 Bild 3